20.01.2026

Das Frauenherz in der Menopause. Was Sie wissen sollten. Ein Artikel Ihrer Kardiologen in Frankfurt am Main.

Wann beginnt die Menopause?

Die Menopause ist die letzte natürliche Monatsblutung. Sie tritt durchschnittlich mit 51 Jahren ein.
Bereits einige Jahre davor kann der Zyklus unregelmäßig werden – diese Zeit heißt Perimenopause oder Wechseljahre bzw Klimakterium.

Ursache

Warum kommt es zur Menopause?

In den Eierstöcken reifen mit zunehmendem Alter weniger Eizellen heran. und die Follikelreserve erschöpft sich. Dadurch sinken die wichtigen weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron. Das führt zu typischen Beschwerden und Veränderungen im Körper.

Wie merkt man, dass die Menopause beginnt?

Viele Frauen erleben in dieser Zeit:

  • Hitzewallungen

  • Kreislaufprobleme, Herzklopfen oder Blutdruckschwankungen

  • Schlafstörungen

  • Stimmungsschwankungen

  • Muskel- und Gelenkbeschwerden

  • Beschwerden im Intimbereich (z. B. Trockenheit, Schmerzen beim Sex)

Welche Herzbeschwerden können auftreten?

In den Wechseljahren berichten viele Frauen über:

  • Schwindel oder Kreislaufprobleme, Blutdruckerhöhungen

  • Druck- oder Engegefühl in der Brust

  • Leistungsschwäche und schnelle Erschöpfung

  • Herzrasen oder Herzstolpern

Diese Beschwerden können mit den hormonellen Veränderungen zusammenhängen.

Was passiert mit meinem Herz in der Menopause?

Nach der Menopause steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich – etwa um das 2–3-Fache.
Eine frühe Menopause kann auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko hinweisen und gilt als unabhängiger Risikofaktor.

Welche Veränderungen können auftreten?

Durch den Hormonrückgang können verschiedene Prozesse im Körper beeinflusst werden:

Stoffwechsel

  • Gewichtszunahme (oft 2–6 kg/Jahr) durch verminderten Energieverbrauch

  • Zunahme von Bauchfett

  • Höheres Risiko für Diabetes mit ansteigender Insulinsresistenz

Blutfette

Vor allem im Jahr vor und nach der Menopause können die Blutfette ansteigen:

  • Gesamtcholesterin

  • LDL („schlechtes“ Cholesterin)

  • Lipoprotein(a) und Apolipoproteine

  • Triglyceride

Blutdruck & Gefäße

  • Die Gefäße werden steifer, dadurch steigt der Blutdruck.

  • Auch die Hormon-Nieren-Regulation verändert sich und wird negativ beeinflusst

  • Der Herzmuskel und die Gefäße selbst haben Hormonrezeptoren und reagieren empfindlich auch die veränderte Hormonlage

All diese Faktoren können Herzbeschwerden verstärken.

Was kann ich für mein Herz tun?

Wichtige Untersuchungen ab den Wechseljahren

Ein regelmäßiger Herz-Check wird  sobald die Menopause beginnt empfohlen, spätestens ab 50 Jahren, um das individuelle Risiko zu kennen und präventiv handeln zu können

Dazu gehören:

  • Blutdruckkontrollen

  • Diabetes-Vorsorge

  • Gewichtskontrollen

  • Bestimmung der Blutfette

  • Ultraschalluntersuchung der Gefäße

  • Einschätzung der persönlichen Risikofaktoren

Diese Untersuchungen helfen, Risiken früh zu erkennen. Sollte sich eine Fettstoffwechselstörung zeigen, ist auch eine Vorstellung in einer Schwerpunktpraxis für Kardiologie und Lipidologie sinnvoll.

Gibt es Langzeitfolgen der Menopause?

Ohne Vorbeugung können die erhöhten Risikofaktoren langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.
Darum ist es wichtig, mögliche Risiken oder beginnende Erkrankungen früh zu entdecken und gezielt zu behandeln.

Was sollte in der Menopause außerdem kontrolliert werden?

Da mit weniger Östrogen auch die Knochenstabilität abnimmt, steigt das Risiko für Osteoporose. Daher sollten auch die Knochen regelmäßig beurteilt werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es

Hormonersatztherapie (HRT)

Bei ausgeprägten Wechseljahresbeschwerden kann eine Hormonersatztherapie helfen und die Lebensqualität deutlich verbessern.

Sie ist nicht geeignet, wenn:

  • Brustkrebs vorliegt oder das Risiko erhöht ist

  • bereits behandlungsbedürftige schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestehen

  • ein sehr hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen vorliegt

Kann HRT das Herz schützen?

Zur Vorbeugung von Herzkrankheiten wird sie (aktuell noch) nicht empfohlen.
Studien zeigen aber:
Ein früher Beginn (innerhalb von 4 Jahren nach der Menopause) kann vorteilhafter sein als ein sehr später Start.

Was kann ich selbst tun?

Bewegung & Gewicht

  • Regelmäßiger Sport (v.a. Kraftausdauersport)

  • Bauchfett reduzieren

  • Gewicht gut im Blick behalten

Mediterrane Ernährung – gut fürs Herz – schon vor der Menopause

Große Studien zeigen:
Frauen, die sich mediterran ernähren, haben ein

  • 24 % niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • 23 % geringeres Sterberisiko

Empfohlene Ernährung in der Perimenopause

Eine konkrete Diät sollte folgende Nahrungsmittel beinhalten:

  • Protein: 0,8–1,2 g/kg pro Tag

  • Kalzium, Vitamin D, Vitamin C, B-Vitamine

  • Omega-3-Fettsäuren

  • Gemüse: 3–4 Portionen täglich

  • Obst: 1–2 Portionen täglich

  • Hülsenfrüchte: mind. 1× pro Woche

  • Fettarme Milchprodukte

  • Rotes Fleisch: 350–500 g pro Woche

  • Fisch: 2 Portionen pro Woche

  • Nüsse/Samen: 30 g täglich

  • Ballaststoffe: 30–45 g täglich

Was sollte ich möglichst vermeiden?

  • Süße Snacks und Getränke

  • Alkohol in größeren Mengen

  • Rauchen

  • Bewegungsmangel

  • Zu viel Salz (max. 5 g/Tag)

  • Zu viele gesättigte Fette

Eine ernährungsmedizinische Beratung hilft falsche Ernährungsgewohnheiten aufzudecken und Stoffwechselveränderungen positiv beeinflussen zu können. Hiermit kann man einer medikamentösen Therapie manchmal vorgreifen und diese vermeiden.

Fazit

Die Wechseljahre können bereits ab Mitte 40 beginnen.
Neben einer guten gynäkologischen Betreuung sollte auch das Herz und Gefäßsystem und auf Stoffwechsel- bzw Fettstoffwechselerkrankungen  regelmäßig untersucht werden, um Risiken früh zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihren Kardiologen.