Das Frauenherz in der Menopause. Was Sie wissen sollten. Ein Artikel Ihrer Kardiologen in Frankfurt am Main.
Wann beginnt die Menopause?
Die Menopause ist die letzte natürliche Monatsblutung. Sie tritt durchschnittlich mit 51 Jahren ein.
Bereits einige Jahre davor kann der Zyklus unregelmäßig werden – diese Zeit heißt Perimenopause oder Wechseljahre bzw Klimakterium.
Warum kommt es zur Menopause?
In den Eierstöcken reifen mit zunehmendem Alter weniger Eizellen heran. und die Follikelreserve erschöpft sich. Dadurch sinken die wichtigen weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron. Das führt zu typischen Beschwerden und Veränderungen im Körper.
Wie merkt man, dass die Menopause beginnt?
Viele Frauen erleben in dieser Zeit:
Hitzewallungen
Kreislaufprobleme, Herzklopfen oder Blutdruckschwankungen
Schlafstörungen
Stimmungsschwankungen
Muskel- und Gelenkbeschwerden
Beschwerden im Intimbereich (z. B. Trockenheit, Schmerzen beim Sex)
Welche Herzbeschwerden können auftreten?
In den Wechseljahren berichten viele Frauen über:
Schwindel oder Kreislaufprobleme, Blutdruckerhöhungen
Druck- oder Engegefühl in der Brust
Leistungsschwäche und schnelle Erschöpfung
Herzrasen oder Herzstolpern
Diese Beschwerden können mit den hormonellen Veränderungen zusammenhängen.
Was passiert mit meinem Herz in der Menopause?
Nach der Menopause steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich – etwa um das 2–3-Fache.
Eine frühe Menopause kann auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko hinweisen und gilt als unabhängiger Risikofaktor.
Welche Veränderungen können auftreten?
Durch den Hormonrückgang können verschiedene Prozesse im Körper beeinflusst werden:
Stoffwechsel
Gewichtszunahme (oft 2–6 kg/Jahr) durch verminderten Energieverbrauch
Zunahme von Bauchfett
Höheres Risiko für Diabetes mit ansteigender Insulinsresistenz
Blutfette
Vor allem im Jahr vor und nach der Menopause können die Blutfette ansteigen:
Gesamtcholesterin
LDL („schlechtes“ Cholesterin)
Lipoprotein(a) und Apolipoproteine
Triglyceride
Blutdruck & Gefäße
Die Gefäße werden steifer, dadurch steigt der Blutdruck.
Auch die Hormon-Nieren-Regulation verändert sich und wird negativ beeinflusst
Der Herzmuskel und die Gefäße selbst haben Hormonrezeptoren und reagieren empfindlich auch die veränderte Hormonlage
All diese Faktoren können Herzbeschwerden verstärken.
Wichtige Untersuchungen ab den Wechseljahren
Ein regelmäßiger Herz-Check wird sobald die Menopause beginnt empfohlen, spätestens ab 50 Jahren, um das individuelle Risiko zu kennen und präventiv handeln zu können
Dazu gehören:
Blutdruckkontrollen
Diabetes-Vorsorge
Gewichtskontrollen
Bestimmung der Blutfette
Ultraschalluntersuchung der Gefäße
Einschätzung der persönlichen Risikofaktoren
Diese Untersuchungen helfen, Risiken früh zu erkennen. Sollte sich eine Fettstoffwechselstörung zeigen, ist auch eine Vorstellung in einer Schwerpunktpraxis für Kardiologie und Lipidologie sinnvoll.
Gibt es Langzeitfolgen der Menopause?
Ohne Vorbeugung können die erhöhten Risikofaktoren langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.
Darum ist es wichtig, mögliche Risiken oder beginnende Erkrankungen früh zu entdecken und gezielt zu behandeln.
Was sollte in der Menopause außerdem kontrolliert werden?
Da mit weniger Östrogen auch die Knochenstabilität abnimmt, steigt das Risiko für Osteoporose. Daher sollten auch die Knochen regelmäßig beurteilt werden.
Hormonersatztherapie (HRT)
Bei ausgeprägten Wechseljahresbeschwerden kann eine Hormonersatztherapie helfen und die Lebensqualität deutlich verbessern.
Sie ist nicht geeignet, wenn:
Brustkrebs vorliegt oder das Risiko erhöht ist
bereits behandlungsbedürftige schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestehen
ein sehr hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen vorliegt
Kann HRT das Herz schützen?
Zur Vorbeugung von Herzkrankheiten wird sie (aktuell noch) nicht empfohlen.
Studien zeigen aber:
Ein früher Beginn (innerhalb von 4 Jahren nach der Menopause) kann vorteilhafter sein als ein sehr später Start.
Was kann ich selbst tun?
Bewegung & Gewicht
Regelmäßiger Sport (v.a. Kraftausdauersport)
Bauchfett reduzieren
Gewicht gut im Blick behalten
Mediterrane Ernährung – gut fürs Herz – schon vor der Menopause
Große Studien zeigen:
Frauen, die sich mediterran ernähren, haben ein
24 % niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
23 % geringeres Sterberisiko
Empfohlene Ernährung in der Perimenopause
Eine konkrete Diät sollte folgende Nahrungsmittel beinhalten:
Protein: 0,8–1,2 g/kg pro Tag
Kalzium, Vitamin D, Vitamin C, B-Vitamine
Omega-3-Fettsäuren
Gemüse: 3–4 Portionen täglich
Obst: 1–2 Portionen täglich
Hülsenfrüchte: mind. 1× pro Woche
Fettarme Milchprodukte
Rotes Fleisch: 350–500 g pro Woche
Fisch: 2 Portionen pro Woche
Nüsse/Samen: 30 g täglich
Ballaststoffe: 30–45 g täglich
Was sollte ich möglichst vermeiden?
Süße Snacks und Getränke
Alkohol in größeren Mengen
Rauchen
Bewegungsmangel
Zu viel Salz (max. 5 g/Tag)
Zu viele gesättigte Fette
Eine ernährungsmedizinische Beratung hilft falsche Ernährungsgewohnheiten aufzudecken und Stoffwechselveränderungen positiv beeinflussen zu können. Hiermit kann man einer medikamentösen Therapie manchmal vorgreifen und diese vermeiden.
Fazit
Die Wechseljahre können bereits ab Mitte 40 beginnen.
Neben einer guten gynäkologischen Betreuung sollte auch das Herz und Gefäßsystem und auf Stoffwechsel- bzw Fettstoffwechselerkrankungen regelmäßig untersucht werden, um Risiken früh zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihren Kardiologen.